Mexiko City: ein erster Eindruck

Sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückreise flogen wir über Mexiko City, da mein Mann hier bei der Botschaft sein Visum beantragen und abholen musste.

Mexiko City – Hinreise

Obwohl wir nach unserer Ankunft aus Deutschland erst todmüde um 22 Uhr ins Bett gefallen waren, meinte der Mittlere bereits um 4 Uhr morgens, dass die Nacht nun beendet sei. Da ich mit den beiden Kleinen in einem Zimmer schlief und mein Mann mit dem Großen, hatte ich das Nachsehen. Unter vielen „Psst“ und „Sei doch mal leise“ konnte ich ihn zumindest bis 5.30 Uhr ruhig halten, damit die Kleine noch ein bisschen Schlaf abbekam. Bis 6 Uhr haben wir uns dann noch ein bisschen ausgekuschelt und sind danach duschen gegangen. 6.30 Uhr saßen wir geschniegelt und gestriegelt im Hotelzimmer – genauso stellte ich mir einen entspannten Sonntagmorgen vor. Da der Mittlere und die Kleine Hunger hatten, wir aber noch auf meinen Mann und den Großen warten mussten, mussten mal wieder die Süßigkeitentüten herhalten.

Bei unserem ersten Besuch in Mexiko City schliefen wir im Hotel ibis im Stadtzentrum. Um 8 Uhr frühstückten wir im bunten Frühstücksraum, aber das Essen war für uns recht gewöhnungsbedürftig. Brotmäßig gab es süße Brötchen mit Pudding (?) drin und irgendwelches anderes Gebäck, was ich nicht kannte. Dazu gab es noch Bohnenpaste (damit kann man mich leider jagen), Naturjoghurt (zumindest war er als solcher deklariert. So süß wie der war, war da mindestens eine Tonne Zucker drin), ganz viel Melone, irgendeine grüne Frucht, die ich nicht kannte, und Cornflakes. Außerdem gab es noch Nachos und dazu viele ganz dünnflüssige Soßen, wo mir ein bisschen schleierhaft war, wie man das essen sollte. Ich kenne nur die Nachos aus dem Kino, wo man eine relativ dickflüssige Käsesoße, sodass man die gut mit der Hand essen kann.

Frühstücksraum im Hotel ibis

Die Kinder hielten sich also vor allem an die Cornflakes und ich mich an den Naturjoghurt mit Melone. Yummi. Ich beobachtete verstohlen die Mexikaner, wie und vor allem was diese so frühstücken. Nachos hat keiner genommen, dafür haben sie teilweise diese Brotgebäcke genommen, in der Mitte aufgeschnitten, Mayo (?) reingeschüttet und dann in einen Sandwichmaker gemacht. Das sah irgendwie wenig appetitlich aus, aber jedem das seine.

Den Tag verbrachten wir damit, dass wir ein bisschen Mexiko City erkundeten, zumindest das, was fußläufig zu erreichen war. Zu der Zeit fand dort die Feier des día de los muertos (= Tag der Toten) statt und somit gab es viel zu sehen. Ich dachte eigentlich, dass die Feier schon ein paar Tage früher stattgefunden hatte, aber das Fest wurde vom 1.11. – 4.11. gefeiert. Da hatten wir Glück. Eine riesige 6 spurige Straße war gesperrt, auf der dann ganz viele Fahrradfahrer und Jogger unterwegs waren. Zusätzlich gab es auf den Straßen Fahrradschulen, in denen zu unserer Verwunderung auch Erwachsene waren und Verkehrszeichen (Arm ausstrecken, überholen usw.) übten. Da es jedoch nicht selten vorkommt, dass man in Mexiko seinen Führerschein kauft und das Fahren hinterher dann per learning by doing praktiziert, ist es eigentlich weniger verwunderlich. Ansonsten wurde viel Musik gespielt, es gab einige Mitmach-Tanzveranstaltungen – das haben die Kinder gleich ausgenutzt – und es waren sehr viele Leute unterwegs, die von sich und den Totenköpfen Fotos machten.

Tanzveranstaltung auf der Av. Paseo de la Reforma

Die breiten Fußwege waren bis zur Siegessäule mit ganz vielen bunten ca. mannsgroßen Totenköpfen gesäumt. Jeder Totenkopf wurde anders bemalt und teilweise wurden die Totenköpfe sogar mit kleinen Perlen o.ä. verziert.

bunte Totenköpfe in CDMX

Dahinter waren dann viele, teilweise sehr große Fantasietiere zu sehen und die Kinder kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Figuren waren vorrangig aus Pappe und Zeitungspapier gebaut und einigen sah man an, dass sie schon feucht geworden waren. Trotz allem waren sie sehr imposant.

Fantasietiere in CDMX

Nach einem kurzen Halt in einem Starbucks (jaja, ich weiss, aber die Kinder wollten wir langsam ans mexikanische Essen gewöhnen, zumal wir uns erst selbst noch orientieren müssen), gingen wir weiter zu dem bekannten Park Bosque de Chapultepec. In dem Park sahen wir dann ganz viele dieser kleinen Tiere.

im Park

Eigentlich sehen sie aus wie Eichhörnchen, aber irgendwie doch ein bisschen anders als die, die wir von Deutschland kennen. Keine Ahnung, ob das die mexikanische Version von Eichhörnchen ist oder doch ein anderes Tier. Da die Kinder recht k.o. waren, hielten wir uns nicht lange im Park auf und machten uns zeitnah wieder auf den Weg zum Hotel.

Nach einer kurzen Mittagsruhe trieb uns der Hunger ins Vapiano, wo wir uns die Bäuche vollschlugen. Nach einem weiteren Rundgang durch die Stadt mit einem kurzes Snack ging es dann auch schon ins Bett, da wir alle noch sehr erschöpft waren.

Am nächsten Morgen hatte mein Mann frühmorgens seinen Termin in der Einwanderungsstelle. Zuerst musste er noch Fotos machen lassen – die mitgebrachten Passfotos gingen nicht, da für das mexikanische Visum ein spezielles Fotoformat gebraucht wird – und danach konnte er seinen Antrag stellen. In der Zeit standen die Kinder und ich gemütlich auf, frühstückten und packten danach die Koffer, da abends der Weiterflug nach San Luis Potosí anstand. Nachdem wir fertig waren, warteten wir auf meinen Mann, da ich noch nicht alleine mit den Kindern durch die Gegend laufen wollte. Sehr zum Entsetzen der Kinder hatten wir am Vortag ganz viele Obdachlose gesehen – sowas kannten sie aus unserer Stadt nicht wirklich – und ich fühlte mich noch etwas in Mexiko.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen und einem weiteren kurzen Sightseeing, fuhr uns der Taxifahrer zum Flughafen. Dieses Mal hatte er immerhin 3 Kindersitze dabei, wovon aber 2 leider in der falschen Größe waren und somit die Kleine auf einer Sitzschale fuhr und der Mittlere wieder auf dem normalen Sitz saß. Der gute Wille zählte.

16 Uhr kamen wir am Flughafen an, doch unser Flug ging erst 21 Uhr. Wir hatten die Hoffnung, dass wir eventuell den Flug um 17 Uhr nehmen könnten, doch die wurde recht schnell zerschlagen. Wir beschäftigten uns also irgendwie am Flughafen mit Spielen und Essen und gingen dort auch das erste Mal mexikanisch essen. Wirklich lecker war es nicht, aber das kann auch daran gelegen haben, dass es a) im Flughafen war und wir b) eh alle müde waren.

Kaum saßen wir mit einiger Verspätung um 21.15 Uhr im Flugzeug, schliefen die Kinder auch schon alle drei ein. Sie wachten erst wieder auf als wir schon gelandet waren und nölten alle erstmal rum, warum wir immer noch nicht losgeflogen wären. Am Flughafen holten wir unser zuvor reserviertes Auto ab. Das positive war, dass es tatsächlich so groß war wie bestellt (ein 7-Sitzer mit ausreichend Kofferraum für unser Gepäck), der Nachteil war, dass beide bestellten Kindersitze fehlten. Das waren wir inzwischen schon gewohnt – was die Sache nicht besser machte – und so nahmen wir es mittlerweile mit Humor. Ändern konnten wir es ja eh nicht. Gegen 23 Uhr kamen wir im Hotel an fielen wir mal wieder todmüde ins Bett, wohlwissend, dass die nächsten Tage in San Luis super anstrengend werden würden aufgrund der Besichtigung der Häuser, Schule usw.

Das erste mexikanische Essen in Mexiko
Mexiko City – Rückreise

Nach 7 intensiven Tagen kamen wir wieder in Mexiko City an. Etwas geschlaucht, aber glücklich, dass wir vor allem ein Haus gefunden hatten, das uns allen gefiel. Immerhin sollten wir dort die nächsten 2 Jahre wohnen.

Während wir bei unserem ersten Aufenthalt im Hotel ibis schliefen, waren wir dieses Mal im Hotel Hilton untergebracht. Das war natürlich der absolute Luxus, die Zimmer waren super und das Frühstück erstklassig. Da wir bis zu unserem Abflug nach Deutschland noch ca. 2 Tage Zeit hatten, in denen wir nur die Aufgabe hatten, dass Visum meines Mannes abzuholen, genossen wir die Zeit und schauten uns weiter Mexiko City an. Nachdem uns beim letzten Mal noch der Jetlag in den Knochen steckte und wir uns eher in der Natur und abseits von Menschenmassen aufhielten, steuerten wir dieses Mal den Zócalo an, um einen Eindruck von Mexiko City zu bekommen. Später, wenn wir uns in Mexiko eingelebt hätten, wollten wir für eine richtige Besichtigung der Stadt zurückkehren.

Impressionen aus Mexiko City

Was mich irgendwie doch erstaunt hat, ist, wie modern Mexiko ist. Man – oder zumindest ich – hat ja immer gewisse Vorstellungen von Städten / Ländern im Kopf, basierend auf Dokumentationen, Büchern oder Gehörtem. Demzufolge war ich entsprechend überrascht als wir das erste Mal in Mexiko City ankamen. Natürlich gab es v.a. in den Außenbezirken Bereiche, die meine klischeeschaften Vorstellungen bestätigten, aber im Zentrum von Mexiko gab es auch das komplette Gegenteil in Form von ultramodernen Hochhäusern.

Mexiko City bei Nacht

Die Rückreise lief zum Glück entspannter ab als die Hinreise: Wir hatten mehr Zeit an den Flughäfen und wir durften Business Class fliegen, was insbesondere die Kinder sehr erfreute. Und ich hätte nicht gedacht, dass ich folgendes einmal sagen würde: Das Essen im Flugzeug schmeckte richtig gut. Normalerweise schiebe ich das Flugzeugessen eher von einer Ecke in die andere, aber von diesem hier hätte ich mir locker noch eine zweite Portion bestellen können.

Ein Kommentar zu “Mexiko City: ein erster Eindruck

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