Episode 2: Der Handwerker kommt…

Oder: Hilfe! Wir haben gar kein Wasser mehr! Nachdem wir Anfang Mai immer mal wieder Probleme mit der Wassermenge hatten, waren die Leitungen Mitte Mai vollends leer und wir waren, wie viel zu oft in letzter Zeit, wieder einmal auf die Handwerker angewiesen.

Wie alle in unserer privada haben auch wir einen Wassertank unter unserem Carport, der normalerweise jeden Abend von Montag bis Samstag automatisch befüllt wird. Zusätzlich haben wir einen Wassertank auf dem Dach, der ein Fassungsvermögen von ca. 300 l hat. Anfang Mai nun traf es sich, dass der Wassertank unterm Carport mehrfach ratzepuse leer war, wir aber zumindest noch etwas Wasser in dem kleineren Wassertank hatten. Auch wenn der Wasserdruck dadurch deutlich niedriger war als sonst, konnte man sich zumindest mehr oder weniger duschen.

An diesen Tagen, wo das Wasser nur noch dürftig aus der Brause tröpfelte, haben wir z.B. alle drei Kinder schon außerhalb der Dusche eingeseift, danach Wasser angestellt, alle Kinder in die Dusche gestellt und allen dreien gleichzeitig Haare gewaschen und schnell wieder „abgebraust“ – abgetröpfelt trifft es eher -, damit das Wasser überhaupt für alle reicht. Dass das Wasser nur lauwarm war, hat die Sache nicht besser gemacht, aber die Kinder haben es überlebt und es unter mexikanisches Abenteuer verbucht.

Nun traf es sich Mitte Mai, dass die Wasserleitungen komplett leer waren. Wie immer, wenn bei uns mittlere Katastrophen passieren, war mein Mann auf Dienstreise und ich durfte mit den Kindern zusehen, wie wir die Situation meistern. Unsere Hausvermittlungsfirma versprach uns, dass am nächsten Tag unser bereits bekannter Allroundhandwerker Pedro vorbeikommen würde. Dieses Versprechen trug nicht gerade zur Beruhigung bei, denn bei Pedros letzten handwerklichen Einsätzen musste mein Mann ihm nicht nur das Vorgehen erklären, sondern ihm auch jedes Mal das benötigte Material ausleihen.

Während mein Mann in China im 5-Sterne-Hotel am reich gedeckten Frühstückstisch saß und uns erklärte, dass es nicht so schlimm wäre mal kurze Zeit ohne Wasser zu überbrücken, verbrachten die Kinder und ich den Tag im Einkaufscenter in einem Café. Dort aßen wir, um zuhause keinen Abwasch zu produzieren, spielten mitgebrachte Brettspiele und nutzten ausgiebig die Sanitäranlagen.

Frühstücksbuffet im chinesischen Hotel

Am nächsten Tag kam Pedro – selbstverständlich ohne passendes Werkzeug -, besah sich „fachmännisch“ das Problem und stellte fest, das beide Wassertanks leer sind und die Wasserpumpe kaputt ist. Nach mehreren erfolglosen Anrufen bei unserer Vermieterin klingelte er bei ihrer Verwandtschaft, die zwei Häuser neben uns wohnt. Der Mann – er ist ihr Bruder / Schwager / Schwiegervater. So genau wissen wir das nicht – erreichte sie glücklicherweise und schnell kam heraus, dass sie uuuuups, leider vergessen hatte irgendeine Formalität bei interapas, dem zuständigen Wasserwerk, zu klären und sie deshalb kein Wasser durch die pipeline geschickt hatten.

Also riefen wir eines der, in Mexiko zahlreich vorhandenen, Wassertankautos an, um den Wassertank unter dem Carport manuell befüllen zu lassen.

Typisch mexikanischer Wassertankwagen

In der Zwischenzeit versuchte sich Pedro an der Reparatur der Wasserpumpe und scheiterte kläglich. Irgendwie wunderte mich das nicht. Der Verwandte unserer Vermieterin zauberte aus einer alten staubigen Box eine gefühlt 100 Jahre alte Ersatzpumpe heraus, die Pedro vergebens versuchte bei uns anzuschließen. Nach einer weiteren Stunde schickte unsere Hausvermittlungsfirma einen weiteren Handwerker, dieses Mal einen echten Fachmann für Pumpen, vorbei. Dieser konnte die kaputte Pumpe im Handumdrehen ausbauen und die „neue“, zugegebenermaßen auf sehr kreative Art und Weise, schnell anschließen.

Außerdem stellte der Fachmann fest, dass die alte Pumpe deswegen kaputt gegangen sei, weil sie falsch angeschlossen war und deswegen die ganze Zeit versuchte Wasser zu ziehen, obwohl der Wassertank leer war.

Dummerweise hatte die neue Pumpe zu wenig Leistung, sodass wir im Haus zwar wieder Wasser hatten, aber dieses kam ohne jeglichen Druck aus den Leitungen. Nach weiteren manuellen Befüllungen unseres Wassertanks – die Vermieterin rückte und rührte sich nicht mehr und kümmerte sich auch nicht um eine Klärung bei interapas -, wollte Pedro nach 1,5 Wochen die inzwischen reparierte alte Pumpe wieder anschließen. Wir verzichteten dankend und bestanden auf einen Fachmann.

Schlussendlich kam wirklich der Fachmann, schloss uns die alte Pumpe an und zum ersten Mal seit unserem Einzug haben wir jetzt durchgängig warmes Wasser mit genügend Druck. Hallelujah!

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