Popocatépetl & Iztaccíhuatl

Um von Teotihuacán nach Puebla zu kommen, hatten wir drei, vier verschiedene Möglichkeiten. Von der Distanz her – im Schnitt ca. 140 km – nahmen sich die Strecken nicht viel und so beschlossen wir die Straße zwischen den beiden wohl berühmtesten Vulkanen Mexikos zu nehmen: Popocatépetl & Iztaccíhuatl. Zeitmäßig rechneten wir mit ca. 1 h mehr als bei den anderen Strecken, die bei ca. 2 h gelegen hätten

Route Teotihuacán – Puebla, Fahrtzeit ca. 6 h

Wir fuhren frohen Mutes los und sahen schon recht bald aus der Ferne die Vulkane. Um diese rankt sich die aztekische Legende einer Liebesgeschichte zwischen einer Prinzessin und eines Kriegers. Die Prinzessin mit Namen Iztaccíhuatl (übersetzt „weiße Dame“) verliebte sich in den Krieger Popocatépetl (übersetzt „rauchender Berg“). Es herrschte Krieg mit einem der Nachbarstädte und der Vater Iztaccíhuatls versprach sie Popocatépetl zur Frau, wenn er siegreich aus der Schlacht heimkehren würde. Er kehrte tatsächlich siegreich heim, jedoch überbrachte einige Tage zuvor ein anderer Krieger, der Popocatépetl nicht leiden konnte, die Nachricht, dass dieser im Kampf gefallen sei.

Daraufhin starb Iztaccíhuatl vor Kummer. Als Popocatépetl heimkam, nahm er ihren Leichnam, stieg auf einen Berg und ließ ihr dort ein Grabmal aufstellen. Dann kniete er sich mit einer Fackel neben sie, um über sie zu wachen und starb ebenfalls. Die Götter waren so gerührt von der starken Liebe der Beiden, dass sie sie beide in naheliegende Vulkane verwandelten. Der Vulkan Iztaccíhuatl sieht, zugegebenermaßen mit viel Fantasie, im Profil aus wie eine schlafende Frau und aus dem Vulkan Popocatépetl steigt, wie schon sein Name sagt, immer mal wieder Rauch auf.


Von der Autobahn aus die Abzweigung zu der kleinen Straße, die zwischen den Vulkanen entlang führte, zu finden, erwies sich als gar nicht so einfach. Wir gingen davon aus, dass es viele Hinweisschilder geben würde, aber dem war nicht so. Doch nach einigem Suchen waren wir letztendlich auf der richtigen Straße und fuhren plötzlich durch „deutsche“ Wälder. Seitdem wir das letzte Mal in Deutschland waren, hatten wir solche Wälder nicht mehr gesehen und fühlten uns sofort heimisch. Die Straße war übrigens ein Traum, zwar ein bisschen eng, aber es gab eh kaum Verkehr. Weniger schön, aber in einer Berggegend nicht verwunderlich, waren die zahlreich vorhandenen Kurven, weswegen wir nur langsam vorankamen und trotzdem relativ bald der Magen der Kleinen rebellierte.

Oben angekommen hat man einen wunderbaren Ausblick auf die beiden Vulkane. Neben einem großen Parkplatz gibt es dort noch ein kleines öffentliches „Museum“ und viele Informationsschilder den Nationalpark betreffend. Wir hatten sogar Glück und sahen wie der Popocatépetl raucht. Wir dachten zuerst, dass das ganz normal und häufig sei, aber dem ist wohl nicht so.

Oben Popocatépetl, unten Iztaccíhuatl

Von dem Parkplatz führten zwei Straßen wieder weg, abzüglich der, die wir gekommen waren: eine genauso gut Geteerte wie die, die wir hochkamen, und ein Waldweg, der ca. 1,5 Autobreiten hatte, aber halbwegs glatt aussah. Da die gut geteerte Straße gesperrt war, blieb uns nichts anderes übrig als den Waldweg zu nehmen. Die ersten ein, zwei Kilometer kamen wir noch gut voran, d.h. mit ca. 20 km/h, doch bald wurde der Weg immer schlechter und schlechter. Viele Löcher, viele große Steine und Wurzeln und dazu unsere Limousine mit wenig Bodenfreiheit – keine gute Kombination.

Mehrfach überlegten wir umzukehren (und hätten beim Wenden ganz schön zirkeln müssen); mehrfach dachten wir, wir kommen weder vor noch zurück; mehrfach wünschten wir uns ein anderes Auto; mehrfach stieg ich aus und dirigierte meinen Mann im Schritttempo den Weg entlang, denn oft gab es exakt einen Weg, den er zentimetergenau treffen musste, wenn wir nicht Achsbruch o.ä. erleiden wollten. Für die weiteren 13 km, denn genau so lang war der Weg bis nach unten, brauchten wir 1,5 h. Als wir es tatsächlich heil aus den Wäldern herausgeschafft hatten, waren wir durchgeschwitzt und mit den Nerven am Ende. Das war die schlimmste Straße, die wir je gefahren waren und nie, nie, nie wieder werden wir diesen Weg entlang fahren. An dieser Stelle kann ich nur sagen, dass ich äußerst froh bin, dass meine Kinder schon so groß sind, dass sie sich mit einem Hörbuch zufrieden geben und die ganze Fahrerei klaglos hinnehmen.

Auf dem Foto kommen leider die Höhen und Tiefen des Weges nicht ganz rüber, aber glaubt mir, der Weg IST schlimm bzw. ungeeignet für Autos mit normaler Bodenfreiheit. Ich habe leider nur dieses eine Foto, denn nach fotografieren war uns in diesem Moment ganz und gar nicht zumute.

Waldweg vom Popocatépetl Richtung Puebla

Der Rest des Weges war ein Klacks, auch wenn er sich ebenfalls zog, weil wir durch viele kleine ärmliche Dörfer fuhren mit schlechten, aber dafür engen Straßen. Nach insgesamt 6 h erreichten wir dann endlich unsere gemietete Ranch in Puebla. Hat sich der ganze Aufwand und die anstrengende Fahrt gelohnt? Ja, definitiv! Es war großartig, sich die Vulkane von so nah anzusehen und den Ausblick zu genießen.


Diese kleine süße Straßenwalze fuhr in einem der Dörfer auf der Straße.

Mini-Straßenwalze

Außerdem gab es in jedem Dorf, egal wie ärmlich es auch aussah, eine Kirche. Eine prächtiger als die andere und jede in einer anderen Farbe, denn auch vor Kirchen macht die mexikanische Farbenfrohheit keinen Halt.

Bunte Kirchen

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