Teotihuacán

In Teotihuacán verbrachten wir 2 Nächte, da wir einen gesamten Tag den Pyramiden widmen wollten. Am besten ist es wie so oft, so früh wie möglich dort zu sein, um den Touristenmassen etwas zu entgehen. Aus diesem Grund fuhren wir noch am Nachmittag unserer Ankunft zu den Pyramiden, um uns die Öffnungszeiten anzusehen. Leider haben wir nämlich die Erfahrung gemacht, dass längst nicht alle Informationen bzgl. Öffnungszeiten, Abfahrten, Führungen usw. stimmen, die im Internet zu finden sind.

Teotihuacán ist eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte Amerikas und wohl auch eine der Bekanntesten. Wer hat noch nicht von Mexikos Sonnenpyramide gehört?

Viele Leute verbinden die Pyramiden mit den Azteken, was jedoch nur halb richtig ist. Denn in Wirklichkeit haben die Azteken Teotihuacán, dessen Namen sie der Stadt erst gaben, bereits so vorgefunden und lediglich übernommen, da sie in ihr einen mythischen Ort sahen. Man geht davon aus, dass die Sonnenpyramide um ca. 100 v.Chr. und die früheste Mondpyramide um ca. 100 n.Chr. errichtet wurde. Jedoch lässt sich vieles – warum schwand der Einfluss der vorherigen Bewohner Teotihuacáns, warum verließen sie ihr Land, zu genau welcher Zeit lebten sie dort usw. – nicht 100 % exakt sagen, da die Spanier, als sie Mexiko eroberten, viele Dokumente, Altäre und Götterbilder unwiderruflich zerstören ließen. Aus diesem Grund ist auch bei heutigen Funden in und um Teotihuacán viel Interpretation an der Tagesordnung.


Am nächsten Morgen standen wir also verhältnismäßig früh auf und waren Punkt 9 Uhr am Eingang zum Gelände. Es gibt mehrere Eingänge und wir wählten den, der den kürzesten Weg zur Sonnenpyramide bedeutete. Das Gelände ist riesig, nur zu Fuß zu erkunden und es gibt keinerlei Schatten in Form von Bäumen o.ä.. Das bedeute, man sollte dringend daran denken, Sonnenhüte und Wasser mitzunehmen und festes Schuhwerk anzuziehen. Wie wir schon vermutet hatten, waren Hunde auf dem Gelände verboten, was total verrückt ist. Auf dem Gelände selbst strichen überall wilde Hunde entlang und selbst auf den Stufen der Pyramiden waren diese anzutreffen. Es half aber alles nichts und somit machte ich mich mit den Kindern alleine auf den Weg, während mein Mann mit Laila auf dem Parkplatz blieb und spazieren ging.

Weg vom Eingang zur Sonnenpyramide: Die Souvenirläden links und rechts sind morgens noch geschlossen.

Um zur Pyramide zu kommen, musste man zunächst eine kleine Anlage überwinden, deren Stufen extrem steil und die Stufentiefe sehr gering war. Die Stufentiefe hatte ca. Kinderschuhlänge, sodass man als Erwachsener quer laufen musste, um nicht Gefahr zu laufen herunterzufallen. Die Stufen der Pyramide hingegen waren von der Tiefe her „normal“, aber die aller anderen Gebäude und Anlagen nicht. Ob die Leute früher wohl deutlich kleinere Füße hatten?

Stufen in Teotihuacan

Nachdem diese erste Hürde überwunden war – das klingt vielleicht lächerlich, aber ich habe einige, vor allem ältere Menschen, gesehen, die mit den Stufen ganz schön zu kämpfen hatten. Viele sind die Treppen einfach rückwärts, ähnlich wie bei einer Leiter, hinunter geklettert -, ging es schnurstracks zur Sonnenpyramide. Sich vorzustellen, dass dieses riesengroße, so detailreiche und exakte Bauwerk von 222 m x 225 m x 65 m vor über 2000 Jahren gänzlich ohne Hilfe von Kränen o.ä. gebaut wurde, ist wahnsinn. Wir kraxelten gemütlich die gut 250 Stufen hoch, legten immer wieder Pausen ein und genossen die Aussicht. Oben angekommen hat man einen atemberaubenden Blick auf die umliegende Landschaft und die gesamte Ruinenstadt.

Links: Die gesamte Außenfläche der Pyramide ist in unregelmäßigen Abständen mit Steinen „gesprenkelt“.

Danach ging es weiter zur Mondpyramide. Die Kinder musste ich mittlerweile mit Weitergeh-Geschichten bei Laune halten, denn was sie bei der anderen Pyramide, die genauso aussah wie die eben bestiegene, auch noch sollten, war ihnen schleierhaft. Ihnen war heiß, die Füße taten weh und sie hatten Durst. Immerhin schafften wir es mit allerlei Späßen zur Pyramide zu kommen und versuchten von dort die Sonnenpyramide „zwischen unsere Hände zu nehmen“. Das das nicht glückte, sieht man ja. Das passiert, wenn man sich auf die Anweisungen und Perspektive der Kinder verlässt. Als ich noch in den palacio de Quetzalpapálotl hinein wollte, streikten die Kinder endgültig und so machten wir uns nach gut 2,5 h wieder auf den Rückweg.

Links: palacio de Quetzalpapálotl; Oben: Sonnenpyramide; Unten: Mondpyramide.

Am Eingang übernahm ich Laila und machte mich mit ihr, der Kleinen und dem Mittleren zu Fuß auf den Weg zum Hotel. Das war zwar ca. 4 km entfernt und die Sonne brannte vom Himmel, aber es war immernoch besser als mit ihnen stundenlang auf dem Parkplatz rumzusitzen. Um die gesamte Anlage führte ein schöner gepflasterter Weg herum, der dank der Bäume auch ausreichend im Schatten lag. Da Laila noch so klein war, trug ich sie zwischendurch immer mal wieder und wir legten ausreichend Trinkpausen ein. Trotzdem war sie fix und fertig als wir im Hotel ankamen und fiel gleich ins Land der Träume.

Wir konnten Teotihuacán natürlich nicht verlassen ohne zumindest ein kleines Andenken für unsere Mexiko-Ecke zuhause mitzunehmen. Der Mittlere und die Kleine suchten sich „garantiert echte“ aztekische Speere und einen Jaguarkopf aus und wir nahmen uns eine aztekische Maske aus Obsidian und den aztekischen Kalender für die Kinder mit. Gratis dazu gab es sogar noch eine kleine Glaspyramide.

Mitbringsel Teotihuacán

An beiden Abenden waren wir in dem Restaurant Tlacaelel essen, welches auch noch eine überteuerte Boutique angeschlossen hat und einen Kinderspielplatz. Da wir zu unüblichen Tageszeiten aßen (gegen 16.30 Uhr / 17 Uhr), war das Restaurant angenehm leer und das Essen schnell serviert. Das Büffet sah ziemlich dürftig und nicht besonders lecker aus, aber mit dem Essen von der Karte waren wir sehr zufrieden. Außerdem probierten wir hier zum ersten Mal gegrillte Heuschrecken. Es kostete mich einige Überwindung und letztendlich muss ich sagen, dass die einfach nur nach nichts schmecken. Noch mal muss ich die aber nicht unbedingt essen.

Essen im Tlacaelel

4 Kommentare zu „Teotihuacán

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: