Pyramide von Cholula

Von Puebla aus machten wir auch einen Tagesausflug nach Cholula, um uns die berühmte Pyramide von Cholula anzusehen. Normalerweise dauert die Fahrt max. 30 min, doch wegen mehrerer großer gesperrten Straßen und der (sorry!) generellen Unfähigkeit der Mexikaner für eine Umleitung zu sorgen, brauchten wir über 1 h.

Route Puebla – Cholula

Diesen Fall hatten wir leider schon mehrmals und Mexikos Verkehrsführung ist sowieso schon äußerst gewöhnungsbedürftig. Es gibt sehr viele Einbahnstraßen, die Beschilderung an Autobahnabfahrten ist so chaotisch und erst knapp vorher, dass man ohne Navi selten die richtige Ausfahrt treffen würde und bei Bauarbeiten gibt es keinerlei Umleitungsschilder. Auch dieses Mal gab es nur ein großes Schild mit den Worten „Stadtautobahn wegen Arbeiten geschlossen. Benutzen Sie alternative Wege„.

Hinweisschild für Bauarbeiten

In Cholula angekommen, machten wir uns sogleich auf den Weg zur Pyramide. Diese ist, nach der Cheops-Pyramide in Ägypten, die zweitgrößte auf der Welt und wurde innerhalb von ca. 1000 Jahren Stück für Stück von mehreren Völkern erbaut und erweitert, u.a. von den Teotihuacanern. Ab dem 8. Jh. n. Chr. wurde die dort lebende Bevölkerung immer weniger, sodass einige Jahrhunderte später die Pyramide verlassen dalag und allmählich zuwuchs. Nach der spanischen Eroberung im 16. Jh. war von der Pyramide kaum noch etwas zu erkennen und so ersetzten die Spanier lediglich den noch sichtbaren Tempel auf der Pyramidenspitze durch die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de los Remedios. Heutzutage ist ein Teil der Pyramide freigelegt (siehe Titelbild).

Da Hunde wie immer keinen Zutritt hatten, stieg mein Mann zuerst mit den Kindern auf die Pyramide, während ich mit Laila in den nahegelegenden Park ging. Danach tauschten wir und ich ging alleine hoch auf die Pyramide. Von dort oben hat man einen wunderschönen Ausblick über ganz Cholula und kann sogar bis zu den beiden Vulkanen Popocatépetl, der an diesem Tag wieder vor sich hin rauchte, und Iztaccihuatl sehen. Insbesondere der rauchende Vulkan, der aussah als würde er auf einer Wolkendecke hoch oben über der Stadt schweben, sah sehr beeindruckend aus.

Die Kirche wurde gerade teilweise restauriert bzw. bekam einen frischen Anstrich. Das funktioniert in Mexiko ganz wunderbar ohne spezielle Vorkehrungen oder Absperrungen. Da muss man als Besucher eben selbst aufpassen, dass man nicht versehentlich gegen die frisch gestrichene Wand oder das Gerüst des Deckenmalers läuft.

Malern ohne Absperrung oder Kleckerschutz

Archäologen haben zudem für die Erforschung des Pyramideninneren einen Tunnel angelegt, der auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Mir war zwar nicht unbedingt wohl dabei mich schon wieder in enge „Bergschächte“ zu stürzen, nachdem ich gerade erst die Mine in Zacatecas überlebt hatte, aber die Kinder drängten mich dazu und versprachen, dass es „ganz ganz toll“ werden würde. Also ging ich mit ihnen hinein. Der Eintritt von 75 Pesos (= ca. 3,50 €) ist sehr erschwinglich und Kinder sind kostenfrei. Insgesamt ist der sehr schmale und relativ niedrige Tunnel 8 km lang, jedoch sind für Touristen nur ca. 200 m zugänglich. Trotz allem konnte man gut die verschiedenen Bauphasen, in denen die Pyramide nach und nach errichtet wurde, sehen.

Tunnel in Cholulas Pyramide

Zum Essen gingen wir in das Restaurant La Soldadera, welches direkt an der Straße gegenüber der Pyramide liegt. Da wir wie so oft zu unüblichen Zeiten essen gegangen sind, ging das Servieren des Essens sehr schnell und wir waren auch sehr zufrieden mit der Qualität. Danach guckten wir uns noch ein wenig in der Stadt um und fanden durch Zufall tatsächlich einen Laden mit vielen (deutschen) Brettspielen: Siedler von Catan, Scrabble, Dominion usw. Dazu muss man wissen, dass es in Mexiko nicht unbedingt üblich ist als Erwachsener zu spielen, d.h. hier gibt es vorrangig Brettspiele für Kinder und das wars. Da wir sehr gerne spielen, nahmen wir uns als Erinnerung an Cholula das Spiel Tikal mit. Da geht es zwar um Ausgrabungen der Mayas und nicht der Azteken, aber man kann nicht alles haben.

Spieleladen Attaraxía in Cholula

Auf dem Rückweg zur Ranch sahen wir wieder mal ein Auto, für das Transportsicherung ein Fremdwort ist. Ca. 1,5 m herausstehende Bretter mit lose raufgelegter Schubkarre und Eimer fuhr mit ca. 70 km / h auf den Straßen Pueblas.

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