Atlixco & Tepoztlán

Auf dem Weg von Puebla nach Tepoztlán machten wir noch einen Zwischenstopp in Atlixco. Dieses liegt ca. 1 h Autofahrt von Puebla entfernt, ist ein pueblo mágico und wird auch aufgrund der vielen Blumen Atlixco de las flores genannt.

Atlixco

Der Ort ist für sein gutes Klima und die floristische Betätigung sehr bekannt und so ist es wenig verwunderlich, dass, als wir dort ankamen, der gesamte Hauptplatz über und über mit Blumen übersät war. Die übersichtliche Innenstadt rund um den Zócalo hat uns mit ihren alten herrschaftlichen Gebäuden auch sehr gut gefallen. Viele sind mit dekorativen Fliesen geschmückt und geben in Bildern die Geschichte und Traditionen der Stadt und Mexikos wieder.

Danach gingen wir noch in eine typisch mexikanische Martkhalle. Dort werden interessanterweise neben den üblichen Verdächtigen wie Obst, Gemüse, Fleisch und Tacos auch schmuddelige Pornohefte und Reizwäsche vom 80-jährigen Opa verkauft. Hygiene und allgemeine Aufbewahrungsregeln von Lebensmitteln sind auch hier ein Fremdwort. Wenn man Glück hat, werden Fleisch und Fisch gekühlt, aber sie liegen frei auf dem Verkaufstisch herum und jeder kann darin herumwühlen. Eine Theke mit Schutzglas gegen Dreck und Bakterien sucht man hier vergebens.

Durch Zufall sahen wir eine Anzeige, dass an diesem Tag im Extreme Park von Atlixco eine Hundemesse stattfand. Aus Neugier wie so etwas in Mexiko aussieht, fuhren wir dorthin. Das Messegelände war recht überschaubar, die relativ wenigen Stände boten v.a. überteuerte Produkte an und in zu kleinen Käfigen wurden Hunde zum Verkauf angeboten. Den größten Platz nahm die Hundeshow ein, an der die Leute mit Begeisterung teilnahmen. Dort konnten sie zeigen wie gut ihr Hund auf ihre Kommandos hörten – oder eben nicht. Das für uns Beste an der Messe war der dortige Kinderspielplatz.

Von dort aus fuhren wir weitr nach Cuernavaca, denn dort hatten wir ein Ferienhaus über Airbnb gemietet. Als wir ankamen, roch jedoch das ganze Haus feucht und modrig und in vielen Räumen war großflächig Schimmel, sodass wir rückwärts wieder rausstolperten und uns spontan ein Hotel in der Umgebung raussuchten.

Die Hotelauswahl war wegen Laila recht eingeschränkt, aber schlussendlich landeten wir im haustierfreundlichen Hotel la Morada del Xolo im Nachbarstädtchen Tepoztlán. Es sah von innen deutlich besser aus als von außen, hatte einen Pool und das ganze Gelände war eingezäunt, sodass man seinen Hund auch mal frei laufen lassen konnte. Die Zimmer waren sauber und ordentlich und es roch nicht nach Schimmel, obwohl uns die Dame von Airbnb versicherte, dass es zu dieser Jahreszeit in allen Häusern in und um Cuernavaca so sei.

Route Puebla – Tepoztlán über Cuernavaca, Fahrtzeit ca. 3 h

Tepoztlán

Wie viele Städtenamen in der Umgebung kommt auch der Name Tepoztlán aus dem Nahuatl, sprich aus dem Aztekischen. Tepoztlán setzt sich aus dem Namen einer aztekischen Gottheit, Tepoztécatl, und dem Wort nahe, tlan, zusammen. Dies bedeutet so viel, dass man an diesem Ort der aztekischen Gottheit sehr nahe ist. Diesem Gott, der übrigens der Gott des Pulque, der Trunkenheit und der Fruchtbarkeit ist, wurde der Tempel El Tepozteco gewidmet. Dieser liegt auf 2000 m Höhe im Dschungel und ist nur über einen sehr steilen, nicht ganz ungefährlichen Weg zu erreichen.

Außer diesem Tempel gibt es in Tepoztlán nicht allzu viel zu sehen. Es ist ein kleines Städtchen mit einer zugegebenermaßen sehr eindrucksvollen Kulisse in Form von riesigen steilen Felswänden, Wäldern und uralten Bäumen.

Aufstieg zum Tempel El Tepozteco

Während unseres Aufenthalts widmeten wir einen Tag dem Aufstieg zum Tempel. Den ersten Teil des Weges konnten wir gemeinsam gehen, doch ca. nach der Hälfte kam ein großes Schild, dass Hunde verboten seien. War ja klar. Demzufolge trennten wir uns mal wieder und mein Mann machte mit dem Mittleren und Laila Rast auf einem kleinen Platz mitten im Wald und ich ging mit der Kleinen und dem Großen weiter. Der Aufstieg war sehr mühsam, da es unentwegt steil bergauf ging und die „Treppen“ größtenteils vermutlich zeitgleich mit dem Tempel vor Hunderten von Jahren angelegt worden waren, wenn es überhaupt Treppenstufen gab. Oft genug waren es einfach nur große Steine, die scheinbar willkürlich auf den Weg gelegt worden waren.

Treppe auf dem Weg zum Tempel

Den größten Teil des Weges legten wir im Wald zurück, doch je näher wir dem Gipfel kamen, desto mehr Felswände gab es links und rechts. Zum Glück waren diese breit genug, sodass wir sie bequem ohne klaustrophobische Gefühle passieren konnten.

Als wir nach 1880 „Stufen“ oben ankamen, gönnten wir uns einen gut eingeteilten Schluck Wasser – da wir nicht so viel tragen wollten, hatten wir nur eine 1-l-Flasche für uns drei mitgenommen -, bestaunten die Aussicht und wurden von einer kleinen Nasenbärfamilie überrascht. Die Kleine fand sie zuckersüß und hätte sie am liebsten mit nach Hause genommen. Meine fitbit Uhr zeigte mir währenddessen an, dass ich in den letzten 40 min 72 Etagen hochgestiegen bin.

Am Gipfel des El Tepozteco

Nach einiger Zeit machten wir uns wieder an den Abstieg, der wegen der steilen Neigung fast anstrengender war und mehr Vorsicht erforderte als der Aufstieg. Auf der Hälfte übernahmen wir Laila und gingen nach einem ausgiebigen Picknick Richtung Auto, während mein Mann mit dem Mittleren zum Tempel stieg und dann ebenfalls nachkam.

Im Anschluss kehrten wir noch in das fröhlich bunte mexikanische Restaurant Los Colorines ein.

Restaurant Los Colorines
Auf der Suche nach Wasserfällen

Die wunderschöne Umgebung von Tepoztlán wollten wir auch dazu nutzen, um mal wieder ausgiebig in Wäldern wandern zu gehen. Zudem hatten wir gesehen, dass es ganz in der Nähe Wasserfälle im Wald geben sollte, weswegen wir uns auf die Suche nach einem Eingang zum Wald machten. Der war bald gefunden, doch kaum hatten wir geparkt, kamen zwei Parkwächter aus dem Gebüsch gesprungen, um uns mitzuteilen, dass Hunde hier verboten seien. Für uns völlig unverständlich, denn es war mitten im Nirgendwo. Somit fuhren wir weiter und fanden nach einer Weile einen weiteren Waldweg. Dieses Mal ohne Parkwächter und so liefen wir los.

Zwischendurch checkten wir immer mal wieder mit google maps die Richtung ab, aber leider verliefen die Waldwege eher parallel zu den Wasserfällen, weswegen wir uns diesen nicht großartig annäherten. Nach einer Stunde trafen wir noch andere Wanderer, die ebenfalls zu den Wasserfällen wollten und es bereits seit 3 Stunden versuchten. Diese Aussage ließ unsere Hoffnung nicht gerade steigen, aber wir gingen trotzdem weiter. Die Wege waren oft halb überwuchert, gabelten sich häufig auf und gingen bergauf und bergab. Aber die Aussicht über die Region war phänomenal.

Nachdem wir 2,5 h in sengender Hitze mutterseelenallein durch den Wald gelaufen waren und unsere Wege nur ab und zu die der anderen zwei Suchenden kreuzten, machten wir uns wieder auf den Rückweg. Zwar hatten wir keine Wasserfälle gesehen, aber der Ausflug war trotzdem sehr schön. Auch Laila war sehr glücklich darüber, dass sie ohne Leine im Wald umherstreifen konnte. Auf dem Rückweg jedoch nutzte sie jede Sekunde aus, um sich hinzulegen und auszuruhen.

Dieses hübsche Tierchen stand plötzlich vor uns auf dem Weg als wir gerade unseren Rastplatz verließen und um die Ecke bogen.

gehörnte Begegnung im Wald

In unserem Hotel habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Xoloitzcuintle – auf Deutsch Mexikanischer Nackthund – gesehen und muss leider sagen, dass er mir live genauso wenig gefällt wie auf Fotos. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden und die fehlenden Haare sind bei den mexikanischen Temperaturen sicherlich vorteilhafter als Lailas flauschiges Fell.

Ein Xoloitzcuintle

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