Mexiko City: Anthropologisches Museum & Voladores

Da mal wieder ein langes Wochenende anstand, beschlossen wir einen Ausflug nach Mexiko City zu machen. Dieses Mal jedoch ohne Laila, damit wir nicht wieder an „Hunde verboten“-Schildern scheitern würden.

Route SLP – Mexiko City, Fahrtzeit ca. 5 h

Wir fuhren direkt nach Schulschluss um 16 Uhr los, um so wenig wie möglich im Dunkeln zu fahren. Der Plan funktionierte nur mittelmäßig, denn wir kamen anfangs wegen wiederkehrender Baustellen und leichten Staus recht schlecht voran. Trotz allem waren wir 20.30 Uhr in Mexiko, aber für die letzten 2 km bis zu unserem Hotel brauchten wir noch 45 min, denn um diese Uhrzeit ist im Zentrum die Hölle los. Obgleich mehrerer 4- und 5-spuriger Straßen stand der Verkehr still, nichts ging mehr vor oder zurück. Es waren einfach zu viele Menschen in zu vielen Autos für die Straßen. Nach den 3 Tagen in Mexiko City waren wir auch sehr glücklich wieder in unser vergleichsweise beschauliches kleines San Luis zurückzukehren.

Dieses Mal schliefen wir im Hotel Suites Amberes. Dort hatten wir eine relativ große Wohnung mit 2 Zimmern, Bad und offenem Wohn-Essbereich mit einer weiteren Schlafgelegenheit zu einem erschwinglichen Preis. Für uns, die die nur zum Schlafen ins Hotel kamen, perfekt. Erfreulicherweise stimmte auch die Sauberkeit und das Frühstück war auch ok. Nur die Schnelligkeit bei der Bedienung könnte etwas verbessert werden.

Museo Nacional de Antropología

Am nächsten Morgen machten wir uns zeitig auf den Weg zum Nationalmuseum für Anthropologie. Dieses liegt im Park Chapultepec (das ist nahuatl und bedeutet so viel wie Heuschreckenhügel) und ist weltbekannt für seine einzigartige Ausstellung über die verschiedenen Kulturen und Epochen Mexikos. Um auch ärmeren Mexikanern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, sind viele Museen verhältnismäßig günstig oder haben sogar an einem oder mehreren Tagen in der Woche freien Eintritt. Beim anthropologischen Museum ist dies am Sonntag der Fall.

Eingang & Innenhof des anthropologischen Museums

Von der Eingangshalle aus, die u.a. den riesigen Museumsshop beherbergt, betritt man den luftigen Innenhof mit seiner beeindruckenden Säulenkonstruktion, von der unablässig Wasser regnet. Dieser stetige herabregnende Wasservorhang soll die lebensspendene Kraft des Wassers symbolisieren. Der Innenhof ist der zentrale Platz, von dem aus viele der insgesamt auf 2 Stockwerke verteilten 23 Ausstellungshallen auf knapp 80.000 qm zu erreichen sind. Die Hallen sind vor allem nach Völkern gegliedert und bei jedem Thema gibt es sowohl echte Antiquitäten als auch Nachbildungen. Dabei sind die Bereiche im Erdgeschoss den Funden der untergegangenen indianischen Kulturen und das Obergeschoss den noch existierenden indianischen Stämmen gewidmet.

Sonnen- und Mondpyramide von Teotihuacán im Miniformat

Nach ca. 5 h, unterbrochen von einem kleinen Imbiss, verließen wir wieder das Museum. Wir hatten zwar längst nicht alles gesehen – dafür bräuchte man wohl ca. 2 Tage -, aber erstens reichte es für einen Eindruck (ehrlich gesagt sahen nach einigen Stunden für uns alle Masken gleich aus, unabhängig davon, ob sie 500 n.Chr. in Huasteca oder 1400 n.Chr. in Yucatán gefunden worden waren) und zweitens wurde es für die Kinder zunehmend langweilig. Auf jeden Fall ist das Museum sehr zu empfehlen für alle, die etwas über die mexikanische Geschichte lernen wollen, denn dort wird nicht nur vieles gut verständlich erklärt, sondern auch anschaulich bebildert oder nachgestellt.

Impressionen des Museo Nacional de Antropología
Castillo de Chapultepec

Das Schloss Chapultepec liegt auf einem Hügel im Park Chapultepec und diente u.a. Kaiser Maximilian, dem jüngeren Bruder des österreichischen Kaisers Franz-Joseph, als Residenz. Da Schlösser in Mexiko rar gesät sind und der seinerzeit von ihm bewohnte Trakt nach wie vor im neoklassizistischen Stil mit den entsprechenden Möbeln aus Europa ausgestattet ist, ist das Castillo de Chapultepec ein beliebtes Touristenziel. Vom Schloss aus hat man außerdem einen fantastischen Überblick über den gesamten Park und einen kleinen Teil von Mexiko City.

Castillo de Chapultepec
Danza del Volador

Als wir vom Schloß durch den Park zurück zum Auto gingen, kamen wir durch Zufall an einer Demonstration der Voladores vorbei. Dies ist eine Tradition der indigenen Völker und wurde früher vermutlich zur Steigerung des Ertrags von Ernte und Feldfrüchten getan. Heutzutage ist es vor allem eine Touristenattraktion in einigen Städten Mexikos, aber die Tänzer versuchen die Tradition so gut es geht originalgetreu zu gestalten und zu pflegen.

Der Tanz hat als Hauptelement einen ca. 25 m hohen Pfahl, an dem 5 Männer hochklettern und oben auf einer Art „Plattform“ (die besteht eigentlich nur aus ein paar Stangen) Platz nehmen : 4 Männer symbolisieren hierbei die 4 Winde und 1 Mann symbolisiert die Sonne und spielt die Instrumente. Traditionell ist dies eine Einhandflöte und eine Handtrommel, die den Takt für die Musik angibt. Während der 5.Mann sich auf der Spitze des Pfahls niederlässt und musiziert, wickeln sich die 4 anderen Männer dicke Seile um ihre Hüfte und lassen sich dann kopfüber gen Boden fallen. Da die Seile spiralförmig um den Pfahl gewickelt sind, drehen sich die Männer langsam 13 Mal um den Pfahl eh sie die Erde erreichen.

Bei dem von uns gesehenen Danza del Volador gab es nur 4 Männer in traditioneller Kleidung, die – natürlich ungesichert – den schmalen Pfahl hochgekletterten. Oben angekommen, saßen sie wie die Hühner auf ihren dünnen Stangen und verbrachten 15 min damit, ihre Seile in einem komplizierten Muster in- und umeinander verschlungen um die Pfahlspitze zu wickeln, ehe sie es sich um ihre Hüfte schlangen. Zwei der Männer hatten je ein Instrument und während sie sich langsam durch die Lüfte Richtung Erdboden drehten, spielten sie auf diesen.

Danza del Volador

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