La Paz

Zum Abschluss unserer Reise verbrachten wir noch 2 Tage in La Paz, der Hauptstadt von Baja California Sur.

Route Puerto San Carlos – La Paz, Fahrtzeit ca. 3 h

Da wir immer gerne etwas neues ausprobieren – auch um Mexiko von möglichst vielen Seiten kennenzulernen -, haben wir in La Paz Zimmer in dem Kunsthotel Yeneka gebucht. Ich würde es eher Schrotthotel oder, um es etwas verkaufstauglicher zu formulieren, Recyclinghotel nennen. Dort wurde z.B. aus alten Felgen eine Säule gebaut oder aus welken Palmenblättern ein Pferd modelliert. Auch in den Zimmern sah man die teilweise ungewöhnliche Verwendung aller möglichen Dinge und der Innenhof (im folgenden Bild rechts) war auf ungewöhnliche Art und Weise dekoriert.

Die Idee des Recyclens und Umfunktionierens von alltäglichen Gegenständen fand ich an sich klasse und auch die Umsetzung war meist gut gelungen. Was mich aber trotzdem störte, waren die hinzukommenden typisch mexikanischen Hotelmerkmale: Es war nicht zu 100 % sauber, die Fenster waren dreckig, der Wasserdruck in der Dusche kaum vorhanden (wenigstens war es konstant warm) und hier und da abgeschlagene Ecken von Möbeln, Fliesen oder Geschirr. Die Kombination dieser Merkmale mit der Schrott-Kunst war nicht besonders gut. Meiner Meinung nach muss gerade solch ein außergewöhnliches Hotel, welches viel mit alten Materialien arbeitet, auf die Sauberkeit ein ganz besonderes Augenmerk legen, um nicht insgesamt schmuddelig oder heruntergekommen zu wirken. Da hat dieses Hotel noch Potenzial.

Für unsere Zeit in La Paz hatten wir uns nichts festes vorgenommen. Eigentlich wollten wir auf eine der vorgelagerten Inseln fahren und uns die dort lebenden Robben anschauen, aber da wir sie bereits bei unser Waltour in Puerto San Carlos gesehen hatten, ließen wir das bleiben. Ein großes Highlight in La Paz ist das Tauchen mit Walhaien, aber wegen meiner Antipathie gegenüber Meerestieren – und vor allem solch Großen. Ein Walhai kann bis zu 18 m lang werden! – blieben wir lieber an Land und besuchten den Malec´ón (= Strandpromenade) mit seinen vielen Figuren und zahlreichen Kinderspielplätzen. Obwohl La Paz‘ Malecón ebenfalls an einer großen Straße liegt, hat er mir deutlich besser gefallen als der in Mazatlán.

Am zweiten Tag besuchten wir laut Internet einen der schönsten Strände Mexikos: Balandra Beach. Aber entweder waren wir zur falschen (Jahres-)Zeit dort oder hier trifft das Sprichwort „Geschmäcker sind verschieden“ zu. Ja, der Strand war ganz nett und ja, die Kinder und der Hund konnten dort hervorragend baden, spielen und toben, aber es gab irgendwie nichts, was für mich unter herausragende Schönheit gezählt hätte.

Hinzu kam, dass nach ca. einer Stunde die Ebbe einsetzte und die Kinder bald im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen saßen. Dafür konnten sie bequem zu Fuß die gesamte Bucht und auch zu den gegenüberliegenden, nur übers Wasser zu erreichenden Strände gelangen.

Oben links: Strand bei Ankunft
Unten links: 2 Stunden später nach eingesetzter Ebbe

Zum Abendessen fuhren wir beide Male ins Restaurant Mariscos Bismarkcito, wo es sehr leckere Meerestiergerichte gab. Die Lage am Malecón zahlt man natürlich ein wenig mit, aber das Essen ist sehr lecker, die Aussicht fantastisch und die Bedienung sehr zuvorkommend und nett. Im Übrigen hatten wir bisher noch nie Probleme ein Restaurant mit Hund zu finden. Ich weiss zwar nicht, wie es in Deutschland ist und habe demzufolge keinen Vergleich, aber hier darf man trotz Hund in nahezu jedes Restaurant einkehren. Das einzige, was öfters vorkam, war, dass wir gebeten wurden im Außenbereich Platz zu nehmen. Aber das ist hier in Mexiko aufgrund des warmen Wetters auch selten ein Problem.

Typisch mexikanisch: Knoblauch-Oktopus an gegrilltem Gemüse und Gemüsereis.

Am Abreisetag entdeckten wir nahe der Strandpromenade einen (Lern-)Spielzeugladen und deckten uns gleich mit einem neuen 3000er Puzzle – leider gab es kein schönes mexikanisches Motiv – und neuen Bingokarten für die Kinder ein. Letztere sind sehr bekannt in Mexiko, heißen hier Lotería und werden viel und gerne auch von Erwachsenen gespielt. Die Originalversion besteht aus 64 Karten mit typisch mexikanischem Motiv und gibt es für 2 € in jedem gut sortierten Laden zu kaufen. Die Kinderversion, die wir kauften, umfasste unterschiedliche Themen wir Körperteile und Gegensätze und wir wollen sie vor allem zum Spanischlernen und Wortschatz erweitern nutzen.

Am späten Nachmittag traten wir die Heimreise an, die wieder mit der Fährfahrt begann. Dieses Mal jedoch hatten wir eine (4-Bett)-Kabine mit Fernseher und Balkon, wodurch sich die Überfahrt um einiges angenehmer gestaltete. Die Kinder konnten sich sogar 2 Filme bei der Rezeption ausleihen und waren rundum glücklich. Laila musste leider trotzdem wieder 14 h in ihrem Käfig im Tierareal ausharren.

Kabine auf der Fähre Baja Ferries

In Mazatlán angekommen, fuhren wir auf direktem Wege nach San Luis Potosí. Bei der Buchung unserer Reise hatten wir es uns offen gelassen, ob wir nach der Überfahrt noch eine Nacht in Mazatlán oder einer anderen Stadt als Zwischenstop spontan buchen würden. Da wir auf der Fähre aber ausreichend Schlaf bekommen hatten und genügend erlebt hatten, fuhren wir die 10 Stunden mit kleinen Unterbrechungen geradewegs nach Hause durch.

Und so kehrten wir nach 13 Tagen zurück, mit 2800 gefahrenen Kilometern und vielen neuen, schönen Erinnerungen und Eindrücken im Gepäck. Nun genießen wir unseren wieder eingekehrten Alltag und freuen uns auf unsere 3-wöchige Yucatán-Reise Anfang April, die uns hoffentlich noch mal einen gänzlich neuen Einblick in die mexikanische Kultur geben wird.

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